Das Wunder Äquator


  

Zwölf Stunden Tag, zwölf Nacht

 

Nirgends bricht der Tag so schnell an wie am Äquator. Mit fast 500 Metern pro Sekunde jagt der Erdschatten nach Westen, gefolgt von einer Welle gleissenden Sonnenlichts. Zwölf Stunden Dunkelheit weichen zwölf Stunden Tag. Das Leben am Äquator ist präzise auf dieses Ebenmass eingestellt.

Ebenmässig sind auch die Jahreszeiten, die zwar mit Temperatur- und Feuchtigkeitsextremen zu kämpfen haben, das ganze Jahr aber weitgehend über ein kontinuierliches Nahrungsangebot verfügen. Nicht verwunderlich, dass die Artenvielfalt hier am grössten ist und die gewaltige Präsenz der Sonneneinstrahlung das Leben am Äquator zu Höchstleistungen treibt.

Artenvielfalt in 25 Biotopen

Die Ausstellung will einen Ausschnitt der Artenvielfalt entlang der Lebenslinie unseres Planeten zeigen. Zu bestaunen sind dabei Riesentausendfüssler, Riesenlaubfrösche und ebenso Riesenvogelspinnen und Skorpione. Doch die Superlative im Treibhaus der Evolution sind nicht nur in Gigantismen zu finden, auch Farben und Formen scheinen sich gegenseitig zu übertreffen. Farben als warnende Signale mit kaum zu überbietender Schönheit in Form der ausgestellten Mandarinnatter. Ebenso zu bestaunen ist die Skurrilität der Vampirkrabben oder des Buschkrokodils, das kein Krokodil ist. All dies und vieles mehr ist nicht nur zu sehen, sondern unter fachkundiger Anleitung auch in direktem Kontakt zu erleben. Um den Äquator aufzubauen, werden über fünf Tonnen Material angeschafft; 25 den jeweiligen Tieren entsprechende Biotope eingerichtet und mit annähernd 100 Lebewesen besetzt: Insekten, Amphibien und Reptilien. Ehemals am Äquator zu Hause, sind sie über Generationen hinweg schon unter der Obhut von Christian Schweizer zur Welt gekommen. Damit dies funktioniert, dafür arbeiten alleine vier Tierpfleger hinter den Kulissen in der Zuchtstation.